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5. Oktober 2009 Pressebericht Neue Westfälische: „Wir sind nur Gast auf Erden“, heißt es in einem Kirchenlied. Beredte Zeugnisse dieses irdischen Gastseins geben die Friedhöfe. Als Kulturspiegel ihrer Zeit laden sie zum Verweilen und zur Besinnung ein. In der kleinen Ortschaft Hagedorn erinnern die Bürger im Oktober dieses Jahres mit einem ökumenischen Gottesdienst und einer bebilderten Schrift an die vor 100 Jahren vollzogene Einrichtung ihres Friedhofs. „Dieses Jahr brachte für die hiesige Gemeinde insofern etwas Wichtiges, als ein Kirchhof eingerichtet wurde. In Schwalenberg musste der Friedhof erweitert werden, und da die Beerdigungen nach dort sehr umständlich waren, schlossen sich die Bewohner von Hagedorn, Ruensiek und die Evangelischen von Kariensiek zusammen und legten nördlich der Schule den Friedhof an.“ Der vorstehende Auszug aus dem Protokoll der Hagedorner Chronik vom Jahre 1909, findet sich in dem 72seitigen „geschichtlichen Spaziergang“, den der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins Hagedorn, Reinhard Otte, zum Jubiläum publizierte. Neben der historischen Jahreszahl ruft der Eintrag in Erinnerung, dass es sich um einen zunächst evangelischen Friedhof für drei benachbarte Gemeinden handelte. Als mit der 1970 durchgeführten Gemeindegebietsreform das lippische Hagedorn der westfälischen Stadt Steinheim zugeschlagen wurde, Ruensiek bei Schieder-Schwalenberg verblieb und Kariensiek weiterhin zu Nieheim gehörte, blieb der Friedhofsverbund bestehen. 1978 begann man im Dreistädteeck mit dem Bau einer Friedhofskapelle. Ihre Weihe erfolgte vor 30 Jahren, am 9. September 1979. Mit einer späteren Erweiterung, dem Aufsetzen eines Glockenturmes sowie der Anschaffung einer Orgel erhielt die Kapelle eine würdige Ausstattung. Seither finden hier im vierteljährlichen Abstand auch Gottesdienste statt. Dem Friedhof gegenüber errichteten die Hagedorner den Toten der beiden Weltkriege ein Ehrenmal. Dabei vergaßen sie nicht, auch den Gefallenen und Vermissten einen Gedenkstein zu widmen, deren Angehörige nach dem 2. Weltkrieg als Vertriebene nach Hagedorn kamen. Der gute Brauch, die Grabsteine abgeräumter Gräber unter der Friedhofshecke abzulegen, wurde im Jahr 2007 aufgegeben. Die von Reinhard Otte mit Unterstützung des Heimatvereins veröffentlichte Gedenkschrift ist zum Selbstkostenpreis für 14,50 Euro zu erwerben. Pfarrerin Margret Noltensmeier und Pastor Michael Heinisch werden gemeinsam die am 07. November 2009 um 17.00 Uhr in der Friedhofskapelle beginnende ökumenische Gedenkfeier leiten. |