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In den vergangenen 60 Jahren waren wir aktiv dabei. Wenn 1522 die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Hagedorn nachweislich erfolgte, kann man trotzdem davon ausgehen, dass dieses Dorf auch schon länger besteht. Aber wir wollen in diesem Jahr 2007 aufgrund der ersten Erwähnung die 485 Jahre ein wenig zum Feiern nutzen. Wir, das sind der Heimatverein Hagedorn sowie Bewohner/innen Hagedorns und der beiden Dörfer Kariensiek und Ruensiek, denn wir drei Dörfer sind nur miteinander existent. Mit unserem traditionellen Kartoffelfeuer am letzten Augustwochenende werden wir dieses in einem etwas ausgedehnteren Rahmen feiern.
Dazu sollen einige Anmerkungen der jüngeren Geschichte des Dorfes ab der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts einen kleinen Eindruck geben, was dieses Dorf so lebens- und liebenswert gemacht hat bzw. macht. Auf einer Gesamtfläche von 151 ha erstreckt sich das Gebiet des Dorfes Hagedorn das seit 1970 zur Großgemeinde Steinheim gehört. In derzeit 31 Häusern wohnen die 107 Bewohner des Ortes. Durch den Zuzug von rund elf Familien ist es bei einem fast gleich bleibenden Einwohnerstand seit ca. 1960 geblieben. Der historische Altbestand an Bäumen prägt das Gesamtbild des Ortes, aber auch viele Neuanpflanzungen innerhalb des Ortes sowie im Umland werden dieses Bild noch lange erhalten. Mit der Gründung der Feuerwehr im Jahre 1953 ist sie für lange Zeit der einzige Verein des Ortes gewesen. Somit prägte sie die dörflichen Feiern und die Dorfgemeinschaft. Der Bau des 1962 errichteten Feuerwehrgerätehauses schaffte Raum für das Löschfahrzeug, einen Opel Blitz aus 1954, der seit 1974 in Hagedorn stationiert war. Der Opel Blitz wurde 1953 gebaut und war mit Tragkraftspritzenanhänger für die Wehr komplett, bis er 1999 durch ein neues Fahrzeug modernerer Art ersetzt wurde. Aber im Laufe der Jahre wurde der einzige Raum des Gerätehauses für das Dorf zu klein. Der Erweiterungsumbau des Gerätehauses 1982 wurde dann auch mit voller Unterstützung der Wehr und den Freiwilligen des Ortes durchgezogen. Mit der Erweiterung und dem Aufsetzen eines Spitzdaches waren Räumlichkeiten für die Wehr aber auch für Versammlungen des Ortes erst einmal geschaffen. Auf dem Gelände hinter der Feuerwehr wurde 1985 ein Spielplatz errichtet. Alle Geräte wurden in Eigenleistung gebaut. Dazu gehören ein Sandkasten, eine Wippe und eine Schaukel. Auch sind in der gleichen Zeit rund um das Dorf Ruhebänke aufgestellt worden, die regelmäßig von Freiwilligen erneuert und gestrichen werden. 1964 wurde die Schule geschlossen und 1973 das alte Schulgebäude durch die Stadt Steinheim verkauft. Mit den Geldern und mit Unterstützung durch die Stadt Schieder- Schwalenberg ist 1978 auf dem Friedhofsgelände eine Kapelle gebaut worden. Der 1991 gegründete Heimatverein Hagedorn hat sich seit seiner Gründung zum Ansprechpartner, sowie zur Sammelstelle und Ideenwerkstatt des Ortes entwickelt. Hier kommen seither die Vorschläge zusammen, was am und im Dorf verändert und verbessert werden kann und soll. In enger Zusammenarbeit mit den politischen Gremien sind zahlreiche Aktivitäten weiterentwickelt worden. Der 1995 erbauten und mit zum Teil eigenen Mitteln finanzierte Glockenturm auf der Friedhofskapelle ist ein weiteres Großunternehmen für diesen Ort gewesen. In Eigenleistung ist der gesamte Innenausbau des Glockenturms gefertigt worden. Auch an der Erweiterung der Kapelle in Form eines Unterstandes waren die Bewohner des Ortes aktiv beteiligt. Dabei sind die Regenwasserabläufe neu verlegt und eine Zisterne eingegraben worden, sodass seitdem die Bepflanzungen der Gräber mit Regenwasser versorgt werden knnen. Für die nun quartalsmäßig stattfindenden Gottesdienste sowie für Beerdigungen ist ebenfalls mit Geldern aus den Städten Schieder- Schwalenberg, Nieheim und Steinheim sowie aus eigenen Mitteln eine Orgel anschafft worden.
Die Außengestaltung des Ortes nahm immer neue, historische Formen an. Die Arbeit zur Dorferneuerungsbedürftigkeit von Halke Lorenzen wurde in vielen Bereichen von Hagedorn übernommen und zur Umsetzung gebracht. So wurden an den neu geschaffenen Rundwegen um das Dorf ehemals gerodete Hecken neu angepflanzt und in die dörfliche Pflege übernommen. Die Friedhofshecke wird seit mehreren Jahren in Eigenleistung gepflegt und geschnitten. Seit 1980 sind insgesamt in der Hagedorner Gemarkung 120 Laubgehölze neu gepflanzt worden. Ein Erfolg der gemeinsamen Dorfgestaltung. Dazu gehört beispielhaft der jährliche Maibaum. Für den im Dorfmittelpunkt aufgestellten bunt geschmückten Birkenast zum ersten Mai wird jährlich ein neuer Baum gepflanzt. Aber dem Spaziergänger fallen in Hagedorn auch an etlichen Bäumen Schilder mit Namen und Geburtstagen auf. Der Heimatverein Hagedorn pflanzt auf Wunsch jedem neuen Erdenbürger der Gemeinde einen heimischen Laubbaum. Auch sind seit einigen Jahren Rundgänge um das Dorf möglich, neue Wege wurden erschlossen und in Eigenleistung ausgebaut.
Die Ortschaft hat seit 1980 an den Aktionen Unser Dorf soll schöner werden immer mit gutem Erfolg teilgenommen. Neben vielen Sach- und Geldsonderpreisen sind Bronze, Silber und Goldmedaillen auf Kreis und zuletzt auch auf Landesebene von den Hagedornern erreicht worden, Gold auf Landesebene im Jahre 2003. Dass dieses gesetzte Ziel dann auch gebührend gefeiert wurde versteht sich fast von selbst. Zu sehr großen Turbulenzen führte die Debatte um den Westfalenring. Hier wurde erstmalig der Ort unmittelbar mit einem Projekt konfrontiert, das manche Gemüter zum Kochen brachte. Die Wogen sind, obwohl das Thema mittlerweile vom Tisch ist, immer noch nicht wieder geglättet.
Die größte Herausforderung war aber der Umbau eines nicht mehr genutzten alten landwirtschaftlichen Gebäudes zum heutigen Dorfgemeinschaftshaus Lips Hof. Für diese Arbeit war der 1991 gegründete Heimatverein federführend. Insgesamt sind hier drei Gewerke verwirklicht worden. Der wichtigste Grund für das Gemeinschaftshaus war, eine Räumlichkeit zu bekommen, in dem sich alle Hagedorner treffen können. Inspiriert durch den europäischen Wettbewerb zur Dorfentwicklung im Leader Programm sind dann die Ideen des Heubodenhotels und des Feuerwehrmuseums dazu entstanden. Seit Oktober 2002 haben freiwillige Helfer/innen mit insgesamt mittlerweile 8500 Stunden Eigenleistung ein schmuckes Haus im Dorfmittelpunkt entstehen lassen. Seitdem werden mit vielen verschiedenen Veranstaltungen die Räumlichkeiten genutzt. Mit Veranstaltungen zur Seniorenbetreuung, Karneval, Sommercafe und neuerdings einem Büchertisch sind monatliche Termine besetzt. Aber auch die Vermietung des Lips Hof wird ehrenamtlich von freiwilligen Helferinnen geleistet. In den Räumen des Heubodenhotels finden beispielsweise Kindergeburtstage, Kindergartenfeiern und Grundschulausflüge statt. Für die Kinder sind mittlerweile auch ein Kicker, ein kleiner Billardtisch und eine Tischtennisplatte zum Spielen da. Bis zu 16 Personen haben die Möglichkeit zum Schlafen und Verweilen in unserem Heubodenhotel. Und die Außenanlage mit Bänken, Tischen und großem Grill dürfen von jedem genutzt werden. Die Teichanlage hinter dem DGH wurde ebenfalls mit freiwilligen Helfern saniert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Eine weitere Initiative ist die Freundschaft mit einem finnischen Dorf seit dem Leader Programm 2001. Mit dem Dorf Kirkonkylä in Mittelfinnland am großen Pyhäjärvi verbindet Hagedorn eine intensive und freundschaftliche Zusammenarbeit. Immer wieder dienen Gespräche und Besuche einem Austausch der gemachten Erfahrungen in der Dorfentwicklung. Organisierte Busreisen für das ganze Dorf sind vom Heimatverein bereits durchgeführt worden. Auch Gegenbesuche wie im letzten Jahr 2006 werden selbst geplant und organisiert. Dazu gehörte auch die Erarbeitung des Programms, denn Kirkonkylä wird weiterhin über ein Leader Projekt unterstützt und immer neue Fragen werden bearbeitet. Freundschaftsschilder an den Ortseingängen sollen allen zeigen, dass diese europäische Freundschaft auch für kommende Generationen Auftrag ist. Zu den regelmäßig stattfindenden Ereignissen im Jahr gehrt das Osterfeuer, welches von der Feuerwehr durchgeführt wird, und das Kartoffelfeuer, veranstaltet vom Heimatverein. In den sechs Sommermonaten wird das Sommercafe regelmäßig am ersten Sonntag eines Monats in Lips Hof geöffnet. Seniorennachmittage und Wanderungen sind ebenfalls monatliche Termine.
Das einzige Feuerwehrmuseum im Kreis Höxter wird auf Wunsch dem Besucher geöffnet. Mit viel Fleiß und Elan sind hier viele technische Einsatzteile zusammengetragen und auch zwei Fahrzeuge ausgestellt. Dazu gehören der OPEL Blitz aus 1953, der bis 1999 in Hagedorn im Einsatz war, und ein TLF16 aus Steinheim. Die 100 Jahre alte Handspritze aus Hagedorn ist noch funktionstüchtig und auch sehr gut erhalten. So sind noch viele weitere Feuerwehrgeräte zu bewundern.
Mit der fertig gestellten Ortsdurchfahrt im Jahre 2005 wurde Hagedorn auch an eine öffentliche Wasserleitung angeschlossen. Die Abwasserleitung ist in den Jahren 1993/94 gebaut worden. Die Ortsdurchfahrt (K 10) entspricht mit ihrem geschwungenen Verlauf dem dörflichen Charakter. Der in Eigenleistung erstellte Unterstand der Bushaltestelle aus Fachwerk wurde im Zuge der Straßenerneuerung in den Bereich des DGH umgesetzt. Und dass aus alten landwirtschaftlichen Gebäuden eine neue Zukunft gestaltet werden kann, zeigt der Umbau eines Hofes zu einem Friseurbetrieb. Es ist eben Kopfsache, was man aus der Zukunft macht. Trotzdem ist Hagedorn nach wie vor noch landwirtschaftlich geprägt und bildet eine in sich geschlossene baulich intakte Ortslage. Besonders überzeugend ist sein dörfliches und weitgehend naturbelassenes Erscheinungsbild. Bis heute ist seine Zersiedlung vermieden und der alte Baumbestand im Ortsinneren erhalten. Die das Dorf umgebenden Obstwiesen sorgen für eine Einbindung in die Landschaft.
Für die Menschen, die in Hagedorn leben und wohnen bedeutet die Erhaltung des Ganzen ein wesentliches Stück Lebensqualität. Diese Lebensqualität zu erhalten ist keine leichte Aufgabe, aber sie soll auch in der Zukunft verfolgt werden. Eigenes Tun ist dafür unabdingbar. Festrede von Reinhard Otte anlässlich des 485-jährigen Dorfjubiläums
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